Der historische Fachzirkel

Viele Polytechnik-Lehrer fielen nach der Umstellung des Bildungssystem auf bundesdeutsche Gesetzmäßigkeiten in ein tiefes Loch. Plötzlich gab es nicht nur ein Fach nicht mehr, sondern es fiel eine ganze Fächergruppe weg. Bei nicht wenigen Kolleginnen und Kollegen kam noch dazu, dass sie sich kurz vor dem Erreichen des Rentenalters befanden. Jahrzehntelange Erfahrungen zählten nicht mehr. Manche gaben auf und wechselten den Beruf, gingen in den Vorruhestand oder sogar die Arbeitslosigkeit. Andere kämpften mitunter gegen Windmühlen, wagten den Neuanfang in diesen zermürbenden Zeiten.

Und genau in dieser Zeit sagten sich viele Polys aus dem Kreis Bischofswerda: Wenn auch der berufliche Weg sehr steinig wird, so bleiben wir doch als Menschen und gestandene Kollegen zusammen. Mehrmals im Jahr trafen und treffen wir uns und reden einfach miteinander über die Schule, die Vergangenheit, die Gegenwart, Gott und die Welt und andere Dinge. Neben dem Fragebeginn "Weißt du noch..." ist aber auch "Wie geht das heute..." zu hören. Noch gibt es neben den ehemaligen Kolleginnen und Kollegen solche, die weiterhin aktiv im Schuldienst tätig sind.

Entscheidungen, die schwer oder überhaupt nicht nachvollziehbar waren,  wurden damals (und mitunter auch noch immer) am "grünen Tisch" getroffen. Viele auch im internationalen Maßstab erfolgreiche Projekte, Methoden oder Strukturen waren plötzlich total falsch, nur weil sie im bisherigen System bundesrepublikanischer Denkweise nicht vorhanden waren. Statt dessen zog unter dem Deckmantel des Förderalismus eine oft schwer nachvollziehbare Kleinstaaterei in der ostdeutschen Bildungslandschaft ein. Heute werden viele  dieser damals verteufelten Dinge als neue Errungenschaften unter neuem Namen wiederbelebt.

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